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Chronologie des Hochwassers 2002    
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Kamphochwasser 1996

14. Mai: Nach den starken Regenfällen der letzten Tage begann am Dienstag um 9.30 Uhr der Kamp über die Ufer zu steigen. Nachdem zwei Feuerwehrkameraden die gefährliche Situation richtig erkannt haben und wichtige Einrichtungsgegenstände im  Feuerwehrdepot und Veranstaltungsgebäude beim Kamp-Bad in Stiefern in Sicherheit gebracht haben, alarmierten sie die Feuerwehr.
Der Pegelstand der Messstelle bei der Kampbrücke betrug zu diesem Zeitpunkt 360 cm. Da der Kamp weiter anstieg und die Badgasse zu überschwemmen drohte, wurde die Freiwillige Feuerwehr Thürneustift zur Hilfeleistung angefordert. Im Pumpenhaus der Wassergemeinschaft Stiefern ist vom Brunnen Wasser eingedrungen. Spät abends musste die Pumpe abgeschaltet werden. Fast stündlich musste der Brunnen neben dem Pumpenhaus leergepumpt werden um die Pumpen im Trockenen zu halten.

15. Mai: Am Mittwoch um 7.00 Uhr betrug der Pegelstand noch immer 430 cm. Zur Wasserversorgung in Schönberg musste von Stiefern (Hydrant Kinderheim) nach Schönberg eine Relaisleitung aufgebaut werden. Die Feuerwehren Plank, Freischling, Stiefern, Thürneustift, Mollands und Schönberg wurden für diese Aufgabe vom Bürgermeister beauftragt. Von der FF-Stiefern wurden 15 B-Druckschläuche, 1 Verteiler und die Tragkraftspritze zur Verfügung gestellt. Donnerstag früh um 3.00 Uhr wurden die Pumparbeiten am Brunnen eingestellt.

16. Mai: Am Donnerstag um 7.00 Uhr betrug der Pegelstand 380 cm. Durch starke Niederschläge im Waldviertel stieg der Kamp rasant an. Stündlich 10 - 15 cm. Die Pumparbeiten am Brunnen wurden wieder aufgenommen. Um 10.20 Uhr war der Kamp auf 420 cm ( 240 m³ )angestiegen. Um 10.30 Uhr wurde in Stiefern der Alarm ausgelöst, da der Kamp weiter stark anstieg. Es wurde befürchtet, dass der Höchststand von Dienstag (435 cm) überschritten wird. Verschiedene Objekte in der Badgasse und Irblingweg waren gegen Mittag (Pegelstand 436 cm) gefährdet. Es wurden Sandsäcke bereitgestellt. Erst um 15.00 Uhr entspannte sich die Lage. Um 16.00 Uhr wurde die Arbeit der Einsatzleitung in Stiefern beendet.

Die Gesamteinsatzstunden der Freiwilligen Feuerwehr Stiefern vom 14. Mai  bis 16. Mai 1996 betrugen 609,5 Stunden.

 

Kamphochwasser 2002

Am 7. und 13. August wurde das Kamptal meterhoch überschwemmt. Es war dies eine Katastrophe, die sich niemand vorstellen konnte und die auch nicht abzuschätzen war. Da die Niederschläge am Nachmittag des 7. August immer stärker wurden und der Wasserstand des Kampes ständig stieg, wurde seitens der Freiwilligen Feuerwehren Vor-sorgemaßnahmen getroffen. Es erfolgten Pegelstandsmessungen in Stiefern und eine Verbindung mit Ottenstein hergestellt. In weiterer Folge wurde versucht, die Trinkwasseranlage in Schönberg aufrecht zu erhalten, und man begann mit dem Auslegen von Sandsäcken bei besonders gefährdeten Objekten. Am späten Abend wurde bereits mit der Evakuierung von gefährdeten Personen begonnen. Die beiden Trafostationen in Schönberg wurden durch die Flutwelle beeinträchtigt, dadurch brach die Stromversorgung zusammen. Um 23 Uhr ist das Telefon-Festnetz zusammengebrochen und das Mobilnetz durch Überlastung ausgefallen. In den darauf folgenden Stunden waren auch die Trinkwasserbrunnen in Schönberg und Stiefern (Kellergassengemeinschaft) nicht mehr zu halten. Um 3.45 Uhr früh, zum Donnerstag dem 8. August, wurde in Stiefern bei der Messstation Kampbrücke der Höchststand von 6.68 Meter (Mittelwert 1.84 Meter) gemessen. Erst im Morgengrauen wurde das Ausmaß der wahren Katastrophe sichtbar. Viele Häuser in Schönberg, Stiefern und Plank standen teilweise bis zu den Dachrinnen unter Wasser. Manche haben innerhalb weniger Stunden ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die B34 wurde in Schönberg und abschnittsweise zwischen Stiefern und Plank überflutet. Die örtlichen Einsatzkräfte von Stiefern und Thürneustift haben bis zum Schluss gegen die Wassermassen angekämpft. Die Katastrophe war aber leider nicht zu verhindern. Neben den enormen Schäden an Privateigentum unserer Gemeindebürger entstanden auch schwere Schäden an öffentlichen Anlagen und der Infrastruktur  in unserer Gemeinde. Als nach vier bis fünf Tagen die Aufräumungsarbeiten schon sehr weit fortgeschritten waren, ist eine zweite Flutwelle hereingebrochen. Zum Glück erreichte diese nicht ganz das schreckliche Ausmaß der ersten Flutwelle. Insgesamt waren 38 Objekte in Stiefern vom Hochwasser betroffen.

Wir möchten uns bei allen Hilfskräften, die beim Hochwassereinsatz, sowie bei den Aufräumungsarbeiten mitgeholfen haben, sehr herzlich bedanken. Ein weiteres Dankeschön an all jene, die mit ihren großzügigen Spenden und ihrer Hilfsbereitschaft - sei es Verpflegung, Sachspenden oder Geldspenden - einen großen Beitrag zur Hilfeleistung beigetragen haben.

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Chronologie der Hochwasserkatastrophe

Mittwoch, 7. August 2002 - 07:00 Uhr:

Telefonische Alarmierung über Kamphochwasser von Bezirksfeuerwehrkommandant Oberbrandrat Walter Harauer. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Pegelstand bei der Kampbrücke in Stiefern 263 cm und die Abgabemenge am Stausee Thurnberg 40 m³/s. Dies bedeutete keine Gefahr für die Bevölkerung in Stiefern. Die FF Stiefern war in Alarmbereitschaft und führte laufende Pegelstandskontrollen durch.

Mittwoch, 7. August 2002 - 16:30 Uhr:

Laut Informationen vom Stausee Ottenstein ist aufgrund der anhaltenden Regenfällen ein weiteres Ansteigen des Kampes zu erwarten. Der Pegelstand in Stiefern betrug 352 cm und die Abgabemenge Stausee Thurnberg 80 m³/s. Es wurde von der FF Stiefern die Einsatzleitung aufgebaut und die FF Thürneustift in Alarmbereitschaft gestellt. In weiterer Folge ist der Kamp in der Badgasse über die Ufer getreten und die Bewohner in der Badgasse wurden aufgefordert ihre Häuser zu verlassen.

Mittwoch, 7. August 2002 - 18:30 Uhr:

Der Pegelstand erreicht 434 cm und somit den Höchststand vom Hochwasser im Jahre 1996. Der Stausee Ottenstein konnte zu diesem Zeitpunkt längst kein Wasser mehr kontrolliert ablassen und die Abgabemenge in Thurnberg betrug ca. 260 m³/s. Von nun an ging alles sehr schnell, der Postplatz wurde überschwemmt und in alle Häuser in diesem Gebiet drohte das Wasser einzubrechen. Man kämpfte bis in die Mitternachtsstunden, bis man sich entschloss die Hausbewohner zu evakuieren.

Donnerstag, 8. August 2002 - 03:45 Uhr:

Der Pegel bei der Kampbrücke erreichte 668 cm und somit den Höchststand. Die Durchflussmenge betrug ca. 800 m³/s.

Donnerstag, 8. August 2002 - 15:00 Uhr:

Beginn mit den Aufräumungs– und Reinigungsarbeiten. Viele freiwillige Helfer aus Stiefern und Thürneustift, sowie Bundesheer und fremde Feuerwehren waren in den darauffolgenden Tagen im unermüdlichen Einsatz. Weiters wurde von den Stieferner Frauen für die Verpflegung und die organisatorische Abwickung für die vielen Hilfskräfte gesorgt.

Montag, 12. August 2002 - 22:00 Uhr:

In der Nacht von Montag auf Dienstag begann aufgrund der starken Regenfälle der Kamp wieder anzusteigen. Der Pegelstand betrug am 13. August - 4:00 Uhr wieder 480 cm und die Abgabemenge Stausee Thurnberg 240 m³/s. Viele Bewohner hatten Angst, und die bereits gereinigten Häuser wurden wieder überschwemmt.

Dienstag, 13. August 2002 - 19:00 Uhr:

Höchststand des zweiten Hochwassers mit 574 cm und 486 m³/s bei der Kampbrücke in Stiefern.

Mittwoch, 14. August 2002 - 08:00 Uhr:

Neuerlicher mühsamer Beginn mit den Reinigungs– und Aufräumungsarbeiten. Wieder wurde mit großer Unterstützung der Bevölkerung und vieler freiwilligen Helfer in tagelanger Arbeit der Wiederaufbau in Stiefern hergestellt.